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Klo-Geschichte

Ok… ich bin ehrlich: Ich habe lange (so ca. 5 3/4 Minuten) überlegt, ob ich diese Story hier schreiben soll und mich dann entschieden, es zu tun. Denn es handelte sich lediglich um ein total menschliches Bedürfnis, welches im Nachhinein sowas von zum Totlachen ist, dass ich es Euch unbedingt mitteilen wollte. Wer für Klogeschichten dieser Art zu sensibel ist, sollte diesen Eintrag geflissentlich übersehen 😉

Ich gestehe, dass ich am Wochenende ein paar mehr Kalorien als üblich zu mir genommen habe. Was ist schon ein Geburtstag ohne Kuchen und eine Pizza ohne Kräuterbutter? Nachdem ich mich nun die letzten 1,5 Jahre wirklich sehr gesund ernährt habe, hab ich mir eben am Wochenende gesagt „Du wirst nur EINmal 39 Kossi… also.. HAU REIN!“

Dass so ein Überfluss an Fett dann schon mal zu Komplikationen mit der Darmtätigkeit einhergehen kann, war mir zwar bereits vorher klar, aber wer rechnet denn dann bitteschön mit SO EINER AKTION?????

Gestern kam ich um 14 Uhr von der Arbeit und mußte noch schnell ein paar Sachen einkaufen (Obst, Gemüse, KLOPAPIER!) Wollte so richtig schön im hiesigen Rewe-Laden schlendern gehen, doch kaum betrat ich das Geschäft, merkte ich, dass ich schnell machen mußte, da mein Darm sich meldete. So weit so gut. Ich suchte mir schöne Äpfel, Birnen, Nektarinen und Co. aus, griff zu einer Familienpackung Klopapier, stürmte zur Kasse, die zum Glück leer war, packte die Sachen ins Auto und dann schnell ab nach hause.

Im Auto dachte ich noch „Hoffentlich find ich das Schlüsselloch schnell genug“, denn wenn man auf einmal so gestresst ist, kann es schon mal sein, dass man vor lauter Übereifer den Schlüssel nicht direkt ins Schloss kriegt. Ich ging in den 4,5 Minuten Autofahrt wirklich den kompletten Weg vom Auto bis zum ersten Stock, in welchem meine Wohnung liegt, im Geiste durch um auf alle Eventualitäten gefasst zu sein.

Als ich am Haus ankam, stürzte ich aus dem Auto und ließ die Sachen alle drin. Ich hätte es echt nicht geschafft, mir die Plastiktüte, das Klopapier und meine Tasche zu schnappen und damit nach oben zu rennen. An der Haustür angekommen steckte ich den Schlüssel ins Loch… und traf auch direkt!

ABER!!

Ich konnte den Schlüssel nicht drehen und sagte laut „HALLO???? WASSN JETZ LOS????“… Ich bekam die Tür nicht auf! Schweißperlen standen mir auf der Stirn! Nicht nur wegen der gefühlten 58 Grad Außentemperatur, sondern mehr wegen des Vulkans welcher in meinem Darm tobte und kurz vorm Ausbruch stand!!

„Das ist jetzt nicht wahr oder???“ Ich versuchte es immer wieder, aber das doofe Schloß klemmte und ließ sich nicht öffnen!!  „Wo steht die Kamera?? Ich werd hier doch gerade veräppelt oder?“ Ich wohne nun schon seit 2,5 Jahren in dem Haus, aber NIE NIEEEE NIEEEEEE hat jeeeeemals das Schloss der Haustür geklemmt! WARUM JETZT??

Mir stand echt das „P“ wie Panik in den Augen und dann kam ich auf die grandiose Idee: KLINGELN! BEIM NACHBARN!!!! Habe dann zuerst bei den beiden Nachbarn geklingelt, mit denen ich am meisten zu tun habe. Keiner da. Dann der Rentner unter mir. Auch keiner da. Wir sind SIEBEN PARTEIEN in dem Haus und könnt Ihr Euch vorstellen, dass KEINER DAVON ZUHAUSE WAR???????

Mir gingen in dem Moment ca. 1 Million Gedanken durch den Kopf… von „einfach irgendwo nebenan klingeln und fragen ob ich mal aufs Klo könnte“, bishin zu „in die Hecke setzen und einfach laufen lassen!… Klopapier hab ich ja im Auto“ 😀

Egal… ich mußte eine Lösung finden!

Ich stürzte wieder ins Auto.. mein Darm grummelte, bohrte, tat weh! Handy in die Hand genommen… Mama angerufen… „Mama… ich bin auf dem Weg zu Euch! Mach bitte schon mal das Gartentor und die Haustür auf! Ich muss aufs Klo und komm zuhause nicht in den Flur!!“ Ich müßte lügen, wenn ich sagen würde, dass ich meine Ma nicht habe lachen hören 😉

Zu meinen Eltern sind es ca. 7 km, die ich eigentlich im Normalfall sehr schnell hinter mich bringe. Wenn nicht gerade JEDE AMPEL rot ist!! Und das waren sie natürlich! Ich konzentrierte mich auf „All summer long“ von Kid Rock… hab es immer wieder auf repeat gesetzt und versucht, meinen Darm zu verdrängen. Ich glaube, das nennt man „Autogenes Training unter Nichtbeachtung des Verdauungstraktes“ 😀

Gleichzeitig stellte ich mir mein ganz persönliches Mekka vor: Die Kloschüssel meiner Eltern! Was hätte ich in dem Moment dafür gegeben, schon dort zu sitzen mit diesem wunderschönen Gefühl der Erleichterung und dem seeligen Blick im Gesicht, den nicht mal ein Mann so dermaßen in mir wecken könnte. Da sieht man mal, mit wie wenig man die kleine Kossi in bestimmten Momenten glücklich machen kann hihi.

Kurz vor dem Haus meiner Eltern fuhr ich dann sogar noch eine ganz neue Straße entlang, die für den Durchgangsverkehr eigentlich noch gar nicht freigegeben ist, aber immerhin konnte ich durch die Aktion eine ganze rote Ampelphase umfahren. Ich habe noch so überlegt, was ich machen würde, wenn mich auf einmal die Polizei anhalten würde!! „Sorry Sir, ich kann nicht anhalten, denn ich muss gaaaanz dringend aufs Klo!!“ Das hätte mir doch kein (Meer-)schwein(-chen) geglaubt oder???? Oder hätten die mich wohl mit Blaulicht zu meinen Eltern geführt? Ich glaub, meine Ma wäre ohnmächtig geworden 😉

Bei meinen Eltern angekommen, sah ich das offene Gartentor… ich rannte den Weg entlang und meine Ma stand schon lachend in der Haustür… „Ich hab die Klotür auf und den Klodeckel hab ich auch schon aufgemacht!“

Wie gut, dass ich im Auto auch meine Hose bereits geöffnet hatte und so konnte ich superschnell auf dem Klo Platz nehmen und hatte nach nicht mal 2 Sekunden den besagten seeligen Blick auf meinem Gesicht. Ich grüßte nochmal nett und freundlich, als mir Sahnekuchen und Co. ein „Halloooohooo und tschüüüühüüüüß“ gleichzeitig zuriefen um danach in die Unendlichkeit der Kanalisation auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

Ich fühlte mich wie nach einem gefaulenzten Urlaubstag…. wie nach einem Eis mit Sahne…. wie nach einem schönen Abend mit Freunden…. wie ein Lotto-Gewinner…. ICH WAR GLÜCKLICH!! Kann das Leben nicht schön sein???? Zum vollkommenen Glück hätte zwar noch ein gutes Buch gefehlt, aber die Inhaltsangabe der Body-Lotion meiner Mom mit dem leicht selbstbräunenden Effekt tat es auch ganz gut! 😀

Als ich aus der Toilette kam haben meine Ma und ich uns erstmal kaputt gelacht. Herrlich!! Sie sagte dann noch „Du hättest doch auch zu Tante L. oder Tante S. fahren können!“ Jaaaa Mama… klaaaar… ich klingel da an und sage „Ich muss mal eben Euer Klo in die Luft jagen!!“ 😀

Dann hatte ich aber immer noch das Problem mit der Haustür, in die ich ja nun nicht hineinkam. Zum Glück war mein Dad auch da (technisch SEHR visiert!) und so kam er mit zu mir nach hause und bekam das Schloss letztendlich dann auch mit etwas Spucke (!) auf. Irgendwas klemmte da und er tat noch ein wenig Öl dran und jetzt ist das Schloss wie neu! Ich hoffe, morgen steht mir nicht wieder so eine Aktion bevor! 😀

Abends war dann noch eine Freundin hier und ich hab ihr die Story erzählt. Wir haben uns schlapp gelacht! DAS sind Geschichten, die kein anderer besser schreiben könnte, als das Leben selbst oder?

Und nächstes Jahr werde ich nach meinem Geburtstag mindestens 1 Woche Urlaub nehmen und immer schön in der Nähe des Klos bleiben, damit Sahnekuchen und Co. mich nicht noch einmal so dermaßen quälen können! Und meine Nachbarn bekommen alle Hausarrest!! 😀

In diesem Sinne…. ab dafür! hihi

4 Kommentare

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    • Nadine on 29. Juli 2008 at 14:19

    *löl
    sehr packend und mitfühlend geschrieben :DDDDDD
    als ob man live dabei war 😉

    • Marcel on 2. August 2008 at 13:01

    Wirklich eine schöne Geschichte 😉

    Mein Lieblingsabschnitt:

    „Ich grüßte nochmal nett und freundlich, als mir Sahnekuchen und Co. ein “Halloooohooo und tschüüüühüüüüß” gleichzeitig zuriefen“

    🙂

    • Kossi on 2. August 2008 at 13:05

    So bin ich halt: „Everybodys darling!“ Selbst das von Sahnekuchen und Co. 😀

    Kossi, gut erzogen! 😉

    • Andreas on 15. Dezember 2017 at 08:38

    Herrlich, einfach Herrlich
    Ich fühl mit dir sowas ähnliches hab ich auch schon mal erlebt

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